Das Astrologie-Programm SolaNova und seine Entstehungsgeschichte

Zeiten des Aufbruchs, der Stagnation und des Neustarts

Die Geschichte der Astrologie-Software SolaNova beginnt lange bevor das Astroprogramm seinen Namen bekam und lange bevor es in seiner heutigen Form verfügbar wurde.

Anfang der 80er Jahre kamen die ersten nennenswerten Heimcomputer auf den Markt, die auch für den Normalverdiener erschwinglich waren. Ihre Namen waren u.a. Sinclair ZX, Apple IIe oder Commodore PET, später kamen der Commodore C64 (1982) und der Atari ST (1985) hinzu. In jener Zeit wurden auch die ersten Astrologieprogramme geschrieben, viele basierend auf Artikeln von Peter Ripota im PM-Magazin. Bodo Zinser (1947-2018) hatte begonnen auf dem Commodore PET das erste auf einem Heimcomputer lauffähige Astrologie-Programm mit Deutungstexten zu schreiben, das spätere Astro-Text. Ich selbst fing auf dem C64 mit der Entwicklung des Programms "B1" an, das ab Version 3.0 den Namen "Symmetrie" erhalten sollte.

Astro-Text das Astrologieprogramm mit Persönlichkeitsanalyse

Im Dezember 1985 kam es zur ersten offiziellen Zusammenarbeit zwischen Bodo Zinser und mir, als ich Astro-Text, wie es von nun an hieß, für den C64 umprogrammierte und vertriebstauglich machte. Die spätere Weiterentwicklung von Astro-Text unter dem Betriebssystem MS-DOS bzw. für "IBM-kompatible" PCs übernahm dann wieder Bodo Zinser, der im September 1990 die CosmoData Software GmbH gründete.

Die CosmoWorld Software GmbH

Nachdem sich im August 1996 verschiedene Leute aus der Branche in München zusammengesetzt hatten um die Entwicklung einer neuen, mit Windows kompatiblen Astrologie-Software zu erörtern, entstand schon kurze Zeit später im November 1996 die CosmoWorld Software GmbH mit Sitz in München.

Die Gesellschafter der CosmoWorld Software GmbH waren Bodo Zinser (der weiterhin Betreiber der CosmoData Software GmbH war), Tim Reeves (ehemals KamaSoft GbR), Erik Memmert (Soft&Go) und Siegfried Kaltenecker (ACS). Die Fa. CosmoWorld entwickelte das Programm SunWorld (das spätere SolaNova) auf Basis von Erik Memmerts "SunLight through Windows", Bodo Zinsers "Astro-Text" und der Hinzunahme weiterer Textkomponenten aus Verträgen von KamaSoft (Akron) und Programmkomponenten von Siegfried Kaltenecker (u.a. Astro-Printer).
Die in SolaNova verfügbaren Deutungstexte von Anita Cortesi waren damals auch schon in dem Astrologieprogramm Astro-Text (MS-DOS) vorhanden.

Warum das Astroprogramm SunWorld in SolaNova umbenannt wurde

Im November 1997 erreichte uns ein Schreiben von Anwälten der damaligen Sun Microsystems Inc. (2010 von der Oracle Corporation übernommen), in welchem behauptet wurde, dass sämtliche Markenrechte für Markennamen beginnend mit "Sun", folglich auch "SunWorld", bei Sun Microsystems liegen würden. Um einem Streit aus dem Wege zu gehen, entschied sich die CosmoWorld GmbH den Namen von SunWorld in SolaNova zu ändern.
In der Nachbetrachtung hatte man sich damals wohl zu sehr vom "großen Namen" beindrucken lassen. Wie wir später in Erfahrung brachten, ist jedenfalls eine pauschale Beanspruchung von Markennamen, die nicht real genutzt werden, nicht so ohne Weiteres möglich.

Windows Vista und das Ende der Abwärtskompatibilität

Microsoft Windows 3.1 - mit 16 Bit Datenbreite  - war das damals (1996) am weitesten verbreitete Windows-Betriebssystem. Da zu Beginn der Entwicklung des Astrologieprogrammes SunWorld/SolaNova die meisten PC-Nutzer mit Windows 3.1 arbeiteten und zudem Windows 95 trotz 32 Bit Datenbreite vollständig abwärtskompatibel war, bestand aus damaliger Sicht kein zwingender Grund die Entwicklungsplattform (16 Bit) zu wechseln. Diese Abwärtskompatibilität war auch in den folgenden Jahren bis einschließlich Windows XP seitens Microsoft beibehalten worden. Erst mit der Veröffentlichung von Windows Vista im Januar 2007 waren erstmalig 16-Bit-Programme nicht mehr ausführbar.

Eine Zeit der Stagnation

Eine nun notwendige Weiter- oder gar Neuentwicklung der Astrologie-Software SolaNova schien aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar und die Weiterentwicklung des Programms geriet ins Stocken. Die Namensrechte an der CosmoWorld Software GmbH wurden im Jahr 2002 von Bodo Zinser an Tim Reeves übertragen; gleichzeitig blieben jedoch sämtliche Rechte an SolaNova und den Astro-Text-Komponenten bei der CosmoData Software GmbH, Bodo Zinser. Weil aber auch schon im Jahr 2001 Erik Memmert und Bodo Zinser die Zusammenarbeit beendet hatten und Bodo Zinser selbst die Entwicklung nicht weiterzuführte, wurde – vor allem in Hinblick auf die Bedürfnisse der Kunden - nach alternativen Möglichkeiten gesucht, die Astrologie-Software SolaNova doch noch für die neueren Windows-Versionen verfügbar zu machen.

Sehr früh stellte sich heraus, dass eine externe Vergabe der Programmierung nicht finanzierbar war. Die Mindestangebote für eine Software-Migration in Indien lagen bei 50.000 bis 100.000 Euro. Ebenso wenig wäre eine Neuprogrammierung mit eigenem Arbeitseinsatz durchführbar gewesen, da das Programm viel zu umfangreich ist, um auf finanziell vertretbare Weise und in vertretbarem zeitlichen Rahmen neu erstellt werden zu können. Eine vorübergehende Lösung bot sich dennoch in Form virtueller Windows-XP-Systemumgebungen an, in welchen das Astroprogramm SolaNova 3.5 weiterhin ausgeführt werden konnte.

Neustart

Als sich im Jahr 2010 Bodo Zinser entschloss, die CosmoData Software GmbH aufzulösen, erwarb ich zum Ende des Jahres 2010 die Rechte an BioLuna, SolaNova und den Astro-Text-Komponenten (die Rechte an den Cortesi- und Akron-Texten liegen weiterhin bei den Autoren). Mittlerweile hatte sich zudem herausgestellt, dass eine komplette Neuprogrammierung nicht zwingend nötig war, sondern eine Umprogrammierung mit lediglich teilweiser Neuprogrammierung die Kompatibilität mit den aktuellen Windows-Versionen ermöglichen würde.

Nachdem ich mich in den Jahren 2011 und 2012 zuerst um die Aktualisierung des Biorhythmus- und Mondkalender-Programms BioLuna gekümmert hatte, nahm ich im Jahr 2013 die Umprogrammierung und Weiterentwicklung des Astrologie-Programms SolaNova in Angriff. Hierfür mussten zusätzlich veraltete Komponenten anderer Hersteller aktualisiert und andere durch Neukodierung komplett ersetzt werden. Diese intensive Arbeit war natürlich nicht "nebenher" möglich, sondern verlangte die volle Investition von Geldern und Arbeitszeit. Im Oktober 2014 war es dann soweit, dass SolaNova 4.0 nach einer angemessenen Testphase offiziell angeboten werden konnte. Damit endete die Arbeit jedoch nicht. Bis jetzt wurden und werden weitere Verbesserungen und Neuerungen entwickelt und kostenlos den Kunden der Version 4.0 zur Verfügung gestellt.

Siegfried Kaltenecker im März 2017 (letzte Bearbeitung im Dezember 2018)